1946-1948
1946:
Nach den Plänen des Amerikaners „Morgenthau“ sollte Deutschland nach dem verlorenen Krieg in einen Kartoffelacker verwandelt werden, d.h. sämtliche Industrie sollte aus Deutschland entfernt werden. Dass es nicht dazu kam, verdanken wir sicherlich der Konkurrenz und dem Neid unter den Siegermächten.

Die Verknappung der Lebensmittel hielt auch nach dem Krieg noch an und wer das Pech hatte ausgebombt oder durch Kampfeinwirkung ausgebrannt zu sein, hatte kaum etwas anzuziehen.
Die Heimkehrer, welche den Krieg heil überstanden hatten, fanden sich bald wieder zusammen um den FC Ezelsdorf neu zu beleben.
Es war erstaunlich aus welchen Quellen die Fußballstiefel und die Sportkleidung flossen.
Meine Schuhe haben mich im Luftwaffen-Rucksack 6 Jahre lang von Stützpunkt zu Stützpunkt über halb Europa begleitet. Der Fußballsport hat uns über manche trübe Stunde hinweggeholfen.

Ich finde dies deshalb als erwähnenswert, weil mancher junge Sportler heute glaubt, es genüge schon, wenn er sich für 1 1/2 Stunden zur Schau stellt, ohne jede innere Teilnahme an den Belangen seiner Mitspieler zur Festigung der Kameradschaft, sowie am Geschehen des Vereins. Es hat sich immer wieder gezeigt, ein echter Sportler war auch im Leben ein richtiger Mann.

Ich durfte 1946 noch einmal wie 1925/26 aktiv dabei sein als das sportliche Leben in Ezelsdorf wieder begann.

Die erste Mannschaft nach dem Krieg 1946/1947:


von links nach rechts:
Müller K., Maul Chr., Meyer Konr., Gspahn Hans, Eckersberger M., Eckersberger Gg., Meyer Gg. (Spielleiter), Schmidt Herm., Hiltner Gg. (Dr.), Holzammer Leonh., Meyer Konr., Brunner Alb., Schmidt Gg.

Ezelsdorf war schnell wieder zur „Fußball-Hochburg“ – wie sich ein Sportkamerad aus Unterferrieden kürzlich ausdrückte – geworden. Sehr geschätzte Gastspieler nach dem Krieg waren: Loni Holzammer, Oberferrieden, Kellermann Hans und Bogner H., Unterferrieden.

Erst am 25.01.1947 konnte in der Gastwirtschaft Volleth (damals noch Rupprecht) der FC Ezelsdorf als selbstständiger Verein die Gründungsversammlung abhalten. Bis dahin war er eine Abteilung des Volksbildungsvereines Oberferrieden. Wer in der Vergangenheit irgendwie von der Politik des so genannten „Dritten Reiches“ berührt wurde, durfte kein öffentliches Amt begleiten.

Die erste Wahl nach dem Krieg ergab:

Schnorr Johann, 1. Vorstand
Schmidt Hermann, 2. Vorstand
Vitzthum Peter, Schriftführer
Meyer Georg 29, Kassier
Müller Konrad, Spielleiter

Den politischen Ausschuss, der mit 3 Vertretern besetzt sein musste, bildeten:
Ulrich Andreas, Eckersberger Georg, Vögerl Georg.

Bei der Gründung wurde eine Mitgliederzahl von 81 erreicht. Die Zusammenkunft zur Spielersitzung – freitags – musste durch die Militärregierung über das Landratsamt Altdorf genehmigt werden.

Die „Lizens“ für den FC Ezelsdorf wurde am 17. Juli 1947 erteilt:




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